Pierre Bonnard – Der Meister des Lichts und der Farbe
Pierre Bonnard wurde am 3. Oktober 1867 in Fontenay-aux-Roses, Frankreich, geboren und verstarb am 23. Januar 1947 in Le Cannet an der Côte d’Azur.
Er war der Sohn von Eugène Bonnard, einem hohen Beamten im französischen Kriegsministerium, und Élisabeth Mertzdorff. Auf Wunsch seines Vaters begann er zunächst ein Jurastudium an der Sorbonne, das er 1888 abschloss. Gleichzeitig besuchte er die École des Beaux-Arts und die Académie Julian in Paris, wo er Künstler wie Maurice Denis, Édouard Vuillard und Paul Sérusier kennenlernte.
Sein Stil entwickelte sich aus dem Post-Impressionismus hin zu einem farbintensiven, oft dekorativen Realismus. Als Mitglied der Künstlergruppe Les Nabis, die von Paul Gauguin beeinflusst war, kombinierte er japanische Holzschnitt-Techniken mit einer leuchtenden, expressiven Farbpalette. Seine Werke zeichnen sich durch eine intime, oft melancholische Atmosphäre aus.
Bonnard wird der Epoche des Post-Impressionismus zugeordnet, wobei sein Spätwerk auch mit den Fauves in Verbindung gebracht wird. Er verzichtete auf eine lineare Perspektive und setzte stattdessen auf die Wirkung von Farbflächen und Lichtstimmungen.
Er war Schüler von Paul Sérusier, der ihn mit der Symbolik und Flächigkeit der Nabis vertraut machte. Während er keine direkten Schüler hatte, beeinflusste er Künstler wie Henri Matisse und später die abstrakte Malerei.
Seine Werke befinden sich in den bedeutendsten Museen der Welt, darunter das Musée d’Orsay in Paris, die Tate Modern in London, das Museum of Modern Art (MoMA) in New York und die National Gallery of Art in Washington. Auch in privaten Sammlungen und renommierten Galerien sind seine Arbeiten vertreten.
Bonnard stellte Frauen und Männer auf unterschiedliche Weise dar. Während Frauen, insbesondere seine Frau Marthe de Méligny, in intimen, oft häuslichen Szenen erscheinen, treten Männer meist als Nebenfiguren oder im Hintergrund auf. Marthe war seine wichtigste Muse und erscheint in unzähligen Badedarsstellungen und Interieurs.
Musik hatte keinen direkten Einfluss auf Bonnards Werk, doch seine fließenden Farbkompositionen wurden oft mit musikalischen Rhythmen verglichen. Seine harmonische, fast orchestrale Farbabstimmung erinnert an impressionistische Musik von Debussy oder Ravel.
Seine Werke erzielen auf dem Kunstmarkt hohe Preise. Der bisher höchste Auktionspreis wurde 2019 für das Gemälde „La Terrasse ou Une Terrasse à Grasse“ bei Christie’s mit 19,6 Millionen Dollar erzielt.
Bekannte Werke sind „Le Jardin“ (1936), „La Sieste“ (1900), „Nu à contre-jour“ (1908), „L’Atelier au mimosa“ (1939–1946) und „Le Déjeuner“ (1923–1924).
Kritiker schätzten Bonnard für seine meisterhafte Farbgebung und sein Lichtspiel. Während einige ihn als „zu dekorativ“ kritisierten, gilt er heute als einer der wichtigsten Wegbereiter der modernen Malerei. Seine Fähigkeit, die Atmosphäre eines Moments in Farbe einzufangen, wird mit den Impressionisten verglichen, doch sein Spätwerk zeigt eine zunehmende Abstraktion.
Wichtige Bücher und Ausstellungskataloge sind „Pierre Bonnard: The Colour of Memory“ (Tate Publishing, 2019) und „Bonnard: The Late Paintings“ (Phillips Collection, 2002).
Zitat: „Farbe muss in einem Bild so sein wie die Temperatur in der Luft – ein unfühlbares, jedoch allgegenwärtiges Element.“
Résumé: Pierre Bonnard gehört zu den wichtigsten Malern des 20. Jahrhunderts. Als Meister des Lichts und der Farbe schuf er Werke voller Intimität und Atmosphäre. Seine Arbeiten stehen an der Schnittstelle zwischen Impressionismus, Post-Impressionismus und beginnender Abstraktion und beeinflussen bis heute Künstler weltweit.