Otto Piene, PAX Paris, 1969, Leihgabe Galerie Löhrl, © VG Bild-Kunst, Bonn 202 Otto Piene, PAX Paris, 1969, Leihgabe Galerie Löhrl, © VG Bild-Kunst, Bonn 202 - Mit freundlicher Genehmigung von: schwarz20

Was: Ausstellung

Wann: 06.04.2025 - 15.06.2025

Die sogenannte „Stunde Null“ wurde in der Kunst Ende der 50-er Jahre von den Künstlern Heinz Mack, Otto Piene und später Günther Uecker eingeläutet. In einem künstlerischen Befreiungsakt sollte der Ballast des Zweiten Weltkriegs abgeworfen werden, den sie zunehmend als Belastung der Kunst empfanden und dem sie etwas Neues, Helles und Positives entgegensetzen wollten. Die…
Die sogenannte „Stunde Null“ wurde in der Kunst Ende der 50-er Jahre von den Künstlern Heinz Mack, Otto Piene und später Günther Uecker eingeläutet. In einem künstlerischen Befreiungsakt sollte der Ballast des Zweiten Weltkriegs abgeworfen werden, den sie zunehmend als Belastung der Kunst empfanden und dem sie etwas Neues, Helles und Positives entgegensetzen wollten. Die Bewegung „Zero“ (dt. Null) war geboren.

Vom 6. April bis zum 15. Juni 2025 präsentiert der Kunstraum Gewerbepark-Süd in Hilden die Werkschau „Zero +“. Die Ausstellung versammelt nicht nur eine Auswahl repräsentativer Werke von Mack, Piene und Uecker, sondern zeigt u.a. mit Arbeiten der Künstler Mischa Kuball, Ólafur Eliasson und Hartmut Neumann, wie das Erbe von Zero weiterlebt.

Nach den Schrecken und Traumatisierungen des Krieges gewann das Licht in der Kunst eine immense Bedeutung: Reflektierende Materialien, Spiegelungen und dynamische Raumkonstruktionen zogen die Zero-Künstler magisch an. Bisherigen kunstästhetischen Idealen wurde der Rücken zugekehrt und neue philosophische Aspekte hielten Einzug in die Überlegungen der Kunst. Der Zero-Gedanke wurde schnell in die Welt getragen.

Zero lebt weiterVor dem Hintergrund eines sich abzeichnenden gesellschaftlichen Wandels apostrophierte die Künstlergruppe bereits 1966, Zero sei tot, und löste sich im gleichen Jahr als Formation auf. Parallel brachte die beginnende Zeit der Umbrüche neue fruchtbare Projekte wie die von Charles Wilp und Yves Klein hervor, die schon 1961 sprichwörtlich in die Leere gingen und so den Fixpunkt zwischen Geburt und Tod neu definierten. Zwei Jahre zuvor entstand bereits die LP „Musik der Leere / Tanz der Leere“ der Künstlerfreunde. Ihre Konzepte sind ebenfalls Thema der Ausstellung, genauso wie das Erbe von Zero, das in vielen Kunstideen weiterlebt und gewachsen ist. Wie beispielsweise in den Licht-Raum-Installationen des Konzeptkünstlers Mischa Kuball, der mit seinen auf die Architektur bezogenen Werken den Betrachter in seinen Bann zieht und die Wahrnehmung für den Moment des Kunsterlebnisses ganzheitlich verändert, oder Ólafur Eliasson, der uns mit seinen Arbeiten vielleicht eine neue Richtung aufzeigt. Kosmisch wird es in den Fotografien von Hartmut Neumann, die im Kontrast zu seinen farbintensiven Malereien stehen. Die Ausstellung zeichnet auch die Geschichte Zeros nach. So werden neben repräsentativen Werken von Mack, Piene und Uecker auch Porträts der drei Altmeister von den Fotografen Michael Dannenmann sowie von Sabine und Ansgar van Treeck Teil der Präsentation sein.

Rahmenprogramm:Donnerstag, 17. April 2025, 18:00 Uhr: Kuratorenführung mit Dr. Sandra AbendFreitag, 25. April 2025, 18:00 Uhr: Art & Wein – „Zero Einfluss – Hero Wein“ - Wenn der Wein und nicht der Winzer die Richtung vorgibt, moderierte Weinprobe mit der Weinexpertin Daniela RothschuhSamstag, 10. Mai 2025, 15:30 Uhr: Kunstcafé mit Dr. Barbara Könches, Director ZERO foundation & Dorothée Coßmann, Geschäftsführerin der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland, moderiert von Dr. Sandra AbendSamstag, 10. Mai 2025, 17:30 Uhr: Lichterfest & BBQ - Zoran Velinov verwandelt den Kunstraum mit eigenen Kompositionen in eine Projektionsfläche und Soundkulisse

Leihgeber der ausgestellten Werke sind die Familien Braun, die Sammler Lisa & Stephan Oehmen, Ingrid von Droste zu Hülshoff Wilp, die Galerie Löhrl, die Galerie Beck & Eggeling und der Künstler Mischa Kuball.

Der Kunstraum Gewerbepark-SüdDer Kunstraum Gewerbepark-Süd gehört zum Ensemble der 1904 gegründeten Industrieanlage einer Schirmfurniturenfabrik. 1990 wurde der Industriebetrieb zu einem Gewerbepark mit mehr als 23.000 m² Büro- und Gewerbefläche umgestaltet. Auch heute befindet sich der Betrieb immer noch in Familienbesitz – mittlerweile in 4. und 5. Generation. Gemeinsam mit der Stadt Hilden engagieren sich die Eigentümer des Gewerbeparks seit 1997 für die Durchführung von Kunst- und Kulturveranstaltungen. Im Kunstraum Gewerbepark-Süd wurden schon Arbeiten von weltberühmten Künstlern wie Heinz Mack, Hans-Peter Feldmann oder Karl Otto Goetz ausgestellt. „Für 2025 haben wir unter Berücksichtigung der schwierigen Haushaltslage der Stadt Hilden unser finanzielles Engagement für Ausstellungen im Kunstraum Gewerbepark-Süd deutlich erhöht“, betont Hans-Jürgen Braun. Ermöglicht wird das Engagement durch die Vermietung von Gewerbeimmobilien. Weitere Infos unter: https://www.gewerbepark-sued.de/

Tags: Installation, Kunst, Licht, Lichtkunst, Malerei, Mischa Kuball, Otto Piene, ZERO-Bewegung, Zweiten Weltkrieg

.Dienstag bis Freitag: 14.00 bis 18.00 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertag: 11.00 bis 16.00 UhrDie Ausstellung läuft bis zum 15. Juni 2025. Der Eintritt ist frei.