Nach einer umfassenden Teilsanierung öffnet das Kunst Museum Winterthur | Reinhart am Stadtgarten am 1. März 2025 wieder seine Türen.„…sich abzufinden mit dem Tod oder mit dem Leben, ist der Sinn der Kunst.“ – Marcel van Eeden
Das zeichnerische Monumentalwerk von Marcel van Eeden wurde als herausragende Entdeckung der 4. Berlin Biennale 2006 gefeiert. In 150 Werken, geschaffen mit seinem bevorzugten Medium der Nerokreide, widmet sich der 1965 in Den Haag geborene Künstler dem Leben des historisch belegten Botanikers K. M. Wiegand. In einer Bildsprache, die an den Film noir erinnert, entwirft van Eeden eine fiktive Biografie, die Wiegand als Bodyguard, Kriegsheld, Dandy und schließlich als gefeierten Wissenschaftler und Künstler inszeniert.
Ausgehend von diesem konstruierten Lebensweg entwickelt der Künstler ein vielschichtiges Netz fiktiver biografischer Verbindungen und privater Begegnungen mit Persönlichkeiten wie Oswald Sollmann, Matheus Boryna und Thomas Keller. Seine Serien und großformatigen Zeichnungen basieren auf historischen Ereignissen, die alle aus einer Zeit stammen, die vor seiner eigenen Geburt liegt. Dadurch erschafft van Eeden ein weitreichendes künstlerisches Projekt, das seine eigene Existenz mit dem Lauf der Geschichte verknüpft – eine paradoxe Verbindung aus romantischer Personalisierung und melancholischer Distanz.
Für das Kunst Museum Winterthur setzt sich Marcel van Eeden mit der Geschichte der Villa Flora auseinander und verknüpft das Vermächtnis des berühmten Sammlerehepaars Hedy und Arthur Hahnloser mit seinem eigenen künstlerischen Universum.
Das Werk Marcel van Eedens, der zwischen Den Haag, Zürich und Karlsruhe pendelt, wurde in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit präsentiert. Im Sommer 2023 erhielt er den Hans-Thoma-Preis, die renommierte Auszeichnung des Landes Baden-Württemberg.
Kurator: Konrad Bitterli.