Lempertz eröffnet traditionell die Herbstsaison mit der Versteigerung von Gemälden des 15. – 19. Jahrhunderts zu attraktiven Schätzpreisen bis circa 15.000 Euro. Diesmal werden am 19. September knapp 250 Werke offeriert, etwa jeweils zur Hälfte Werke Alter Meister und des 19. Jahrhunderts. Reizvolle Bilder kann man wie stets unter den Bildern niederländischer, flämischer und italienischer sowie deutscher, französischer, spanischer und englischer Meister entdecken. Thematisch erstreckt sich die Offerte von Stillleben, Landschaften und mythologischen Szenen über religiöse Sujets bis hin zu Portraits und Genrebildern.Den vollständigen Katalog mit allen Angaben, Texten und Abbildungen findet man im Internet unter www.lempertz.com/kataloge. Eine Auswahl der Werke wird darüber hinaus in einer kleinen Broschüre präsentiert.
Alte MeisterCornelis Saftleven zeigt einen Viehmarkt am Rande eines Dorfes – mit einer Taxe von 15/20.000 Euro gehört das Bild zu den am höchsten bewerteten Gemälden der Auktion. Mit seinem herausragenden malerischen Können, seiner geschickten Detailbehandlung und dem Einsatz eines sehr natürlichen Kolorits erreicht Saftleven eine sehr lebendige und natürliche Szenerie. Wie ein Standbild fängt das Gemälde die Figuren und das Vieh in einer Momentauf- nahme ein. Als versiertem Tiermaler gelingt es Saftleven besonders, die Kühe aus verschie- denen Blickwinkeln gekonnt wiederzugeben (Lot 104A). Mit € 9/10.000 gehört auch eine Heilige Familie mit dem Heiligen Johannes und Engeln von Pieter van Avont zu den am höchsten bewerteten Gemälden der Alten Meister (Lot 5). Bei € 9/12.000 liegt ein 1758 entstandenes Porträt einer prachtvoll in Seide und Spitze gekleideten adeligen Dame (vermutlich Caroline Henriette von Baumbach) des Kasseler Hofmalers Johann Heinrich Tischbein d. Ä. (Lot 112). Auf € 4/5.000 kommt eine fein gemalte Lukretia eines Italienischen Meisters des 16. Jh. nach dem Gemälde von Parmigianino im Museo di Capodimonte in Neapel (Lot 62). Ein Niederländischer Meister des 17. Jh.
präsentiert Schiffe auf stürmischer See (Lot 89, € 5/6.000), während Jacob de Villers‘ in Brauntönen gehaltene Berglandschaft mit einer Kapelle an einem Wasserfall auf moderate € 3/5.000 geschätzt wird (Lot 119).
19. JahrhundertEdouard Brandon besuchte die École des Beaux-Arts in Paris und studierte u.a. bei Camille Corot. Von 1856 bis 1863 hielt sich der Künstler in Rom auf, wo er die Bekanntschaft von Edgar Degas machte. Degas lud ihn auch 1874 zur Teilnahme an der Ausstellung im Atelier von Nadar ein, die später als erste Ausstellung der Impressionisten Berühmtheit erlangte. Neben Gemälden mit jüdischer Thematik umfasst das Œuvre Brandons auch Szenen aus dem italienischen Volksleben, die auf seinen langjährigen Rom-Aufenthalt zurückgehen. Das vorliegende Werk mit einem Sänger vor einer italienischen Schänke, das noch das helle Licht und die unbeschwerte Atmosphäre Italiens einfängt, entstand 1865, zwei Jahre nach der Rückkehr des Künstlers nach Paris (Lot 137, € 4/5.000).
Andreas Schelfhout ist mit zwei kleineren Gemälden vertreten: Eine Flusslandschaft mit Mühle und eine Abendliche Winterlandschaft mit Schlittschuhläufern sind auf je € 6/7.000 taxiert (Lots 217/218). Eine Winterlandschaft kommt auch von Paul Müller-Kaempff (Lot 198, € 4/5.000). Darüber hinaus werden drei sommerliche Landschaften dieses Gründers der Künstlerkolonie Ahrenshoop angeboten (Lots 199 – 201). Mit € 4/6.000 ist eine reizvolle Abendliche Landschaft mit antiker Tempelruine von Ferdinand Knab bewertet (Lot 182). Ein Deutscher Künstler des 19. Jh. zeigt eine idyllische Ansicht von Dresden mit Hofkirche und Frauenkirche mit Figurenstaffage im Vordergrund (Lot 148, € 2/3.000). Ferdinand Jagemann porträtiert Napoleon Bonaparte als Konsul nach einem Gemälde von Jacques- Louis David (Lot 176, € 3/4.000). Ferdinand Brütt zeigt in einem 1901 gemalten Bild seine Familie im Garten (Lot 139, € 4/5.000).