Das Egon Schiele Museum in Tulln wurde 1990 gegründet und widmet sich dem Leben und Werk des bedeutenden österreichischen Expressionisten Egon Schiele (1890–1918). Tulln, als Geburtsstadt Schieles, bietet mit diesem Museum einen zentralen Ort zur Auseinandersetzung mit seinem Schaffen.
Schiele war eine Schlüsselfigur des österreichischen Expressionismus und hinterließ ein beeindruckendes Werk, das sich durch seine provokanten Darstellungen, markanten Linienführungen und intensive Farbgebung auszeichnet. Seine Kunst bewegt sich stilistisch zwischen Symbolismus, Sezessionismus und Expressionismus, wobei er besonders durch seine Aktdarstellungen und Porträts bekannt wurde.
Das Museum befindet sich in der ehemaligen Donau-Kaserne, einem historischen Gebäude, das modern adaptiert wurde, um Schieles Kunst in einem zeitgemäßen Rahmen zu präsentieren. Die Ausstellung zeigt nicht nur Reproduktionen seiner Werke, sondern auch Originaldokumente, Fotografien und persönliche Gegenstände, die Einblicke in sein Leben und seine künstlerische Entwicklung geben.
Neben der Dauerausstellung werden regelmäßig Sonderausstellungen organisiert, die sich mit verschiedenen Aspekten seines Werks oder dem kulturellen Umfeld des frühen 20. Jahrhunderts befassen. Das Museum legt dabei großen Wert auf die wissenschaftliche Aufarbeitung seines Oeuvres sowie auf Vermittlungsprogramme für Kunstinteressierte, Schüler und Studierende.
Heute wird das Egon Schiele Museum Tulln von der Niederösterreichischen Museum Betriebs GmbH geführt, die auch für andere bedeutende Kultureinrichtungen in Niederösterreich verantwortlich ist. Es bleibt ein zentraler Anlaufpunkt für Kunstliebhaber und Forscher, die sich mit Schieles Werk und seinem Einfluss auf die Moderne Kunst auseinandersetzen möchten.